Kick it like NUK Brünnen

Das spontan entstandene Fussballteam Brünnen konnte gestern im Freundschaftsspiel gegen Konolfingen seinen ersten Sieg im ersten Spiel verzeichnen. Die faire Partie endete bei grosser Hitze mit 4:2. Das Siegerteam aus Brünnen nutzte seine Vorteile geschickt aus und konnte den Sieg sicher nach Hause bringen. 

Als wir in Konolfingen eintrafen, war das Heimteam bereits am Einwärmen (oder auch am Auspowern; bei dieser Hitze war es am besten, die Energie fürs Spiel aufzubewahren und uns nur einzulaufen, damit wir unsere Körper nicht gleich überforderten) und machte auf uns einen sehr professionellen Eindruck. Unser Team ist mit drei unterschiedlichen Fahrzeugen angefahren, die Lust auf das Spiel unter den Bewohnern der NUK Brünnen war nämlich grösser als erwartet. Wir konnten gleich mit 19 Spielern antreten! In Konolfingen eingetroffen, zogen wir uns schnell um. Dank einer Spende konnten wir sogar in einheitlichen Trikots spielen, was dem Spiel einen zusätzlichen professionellen «Touch» verliehen hat.

Kurz darauf eröffnete Robin Krapf von der Strassenliga das Spiel als Schiedsrichter. Er betonte, dass ein faires Spiel im Vordergrund stehe und dass kein Rassismus geduldet werde. 

Das Spiel verlief genau so: fair und sehr seriös. Relativ schnell stand der Spielstand schon 2:0 für Brünnen. Die Konolfingner konnten noch ein Anschlusstor erzielen, Brünnen zog jedoch davon und schoss weitere zwei Tore. Zwar konnte Konolfingen den Ball kurz vor Ende nochmals ins Netz bringen, was den relativ klaren Sieg von 4:2 jedoch nicht erschüttern konnte. Dies lag sicher auch daran, dass wir aufgrund des grossen Spielerpools viele Wechsel vornehmen konnten. Dies war in dieser Hitze ein entscheidender Faktor für die Energie unserer Spieler und ein Nachteil für Konolfingen.

Noch vor der Pause gab es leider auch einen kleinen Unfall. Zwei Spieler stiessen sich im Zweikampf die Köpfe aneinander und mussten zum Arzt gebracht und dort genäht werden. So verpassten die Beiden den Rest des Spiels. Wir wünschen beiden eine gute Besserung!

Wir blicken trotz dem unglücklichen Zusammenstoss auf einen erfolgreichen Nachmittag mit einem spannenden und fairen Match zurück. Die Asylsuchenden aus Brünnen haben nach dem Spiel noch mehrmals ihre Dankbarkeit und ihren Stolz über den Sieg zum Ausdruck gebracht. «Das ist sehr gut für die Erinnerung», freute sich jemand. Die Freude, die wir an diesem Nachmittag wieder einmal verspürt haben, motiviert uns weiter zu machen und immer wieder Neues zu probieren.

Wir danken allen, die uns unterstützt haben (ob mit Material, Coaching oder Fahrdienst) und der Strassenliga für die Organisation. Und wir gratulieren allen Spielern zu ihrer Leistung unter nicht ganz einfachen Verhältnissen!

Vollgas trotz Ramadan und eisigem Wind

Wie wir bereits mitteilten, sind wirvor allem mit unserem Schweizer Projekt KUNE rennt beschäftigt. Im Rahmen dieses Projekts trafen wir uns seit Februar 2017 jede Woche am Dienstagabend mit den Bewohnern der Notunterkunft Brünnen, um für den GP zu trainieren und seither auch, um gemeinsam Fussball, Volleyball und Tischtennis zu spielen.

Auch gestern waren wir wieder unterwegs und wir möchten einmal zeigen, was wir an diesen Dienstagen alles so machen. Wobei in diesen Wochen eine spezielle Situation vorherrscht: Es ist Ramadan. Wir merken den muslimischen Bewohnern der Notunterkunft die fehlende Energie durch das Fasten gut an. Trotzdem kommen sie jede Woche mit, was uns natürlich umso mehr freut.

Lest hier über die Erfahrungen unseres Teams am letzten Dienstag:

19.00 Uhr: Wir von KUNE treffen langsam in der NUK Brünnen ein und versuchen, die Bewohner zu motivieren und zu sammeln, damit wir uns um ca. 19.15 Uhr auf den Weg machen können. Wir gehen auch bei den Betreuern kurz vorbei und sammeln das nötige Material zusammen. Das sind heute nur Becher, Eisteepulver und Spielgeräte. Langsam sammeln sich immer mehr Leute im Gemeinschaftsraum, einige bereits startklar, andere müssen sich noch umziehen oder andere Sachen erledigen. Wir können trotzdem pünktlich starten.

19.30 Uhr: Wir treffen in Oberbottigen ein. Einige sind bereits mit dem Fahrrad voraus gefahren, andere sind - wie die meisten von uns - zu Fuss unterwegs. Auf dem Weg hatten wir die Möglichkeit, Neuigkeiten auszutauschen und auch neue Leute kennen zu lernen, mit welchen man vielleicht noch nie länger gesprochen hat. Auf dem Sportplatz angekommen, teilen sich alle in drei Gruppen auf: Fussball, Volleyball und Ping Pong. Die Spiele beginnen bereits bevor alle da sind, die Neuzugänger werden aber fliessend aufgenommen und die Spiele brauchen gar nicht unterbrochen zu werden. Heute ist die Stimmung zuerst etwas demotiviert, die Volleyballer kommen aber schnell in Fahrt und es wird sogar richtig ernst und mit vollem Einsatz gespielt. Auch die Fussballer spielen vollgas, das ist für uns nichts Neues. Doch hier bemerken wir die etwas gereizte Stimmung am besten, an der wohl der Ramadan nicht ganz unschuldig ist. Die Ping Ponger haben sogar noch Jugendliche aus dem Dorf für ein gemeinsames Spiel motivieren können und haben viel Spass. Einige Spieler wechseln während des Abends die Disziplin, so dass sich die Teams laufend verändern. Am Spielfeldrand werden auch beim Hinweg begonnene Gespräche weitergeführt. Die ganze Zeit stellen wir Eistee zur Verfügung. Dieser wird aber im Moment natürlich nur von den christlichen Teilnehmern konsumiert. Die Zeit vergeht schnell und als wir das nächste Mal auf die Uhr schauen, ist bereits eine Stunde um. 

20.45 Uhr: Heute müssen wir unseren Spielabend leider etwas früher beenden, da es wohl noch ein Gewitter mit starkem Regen geben wird. Schon länger gibt es starken Wind und die Sonne hat sich hinter die Wolken verzogen. Einige würden gerne noch weiter spielen, wir setzen uns aber durch und machen uns alle gemeinsam auf den Weg. Die Velofahrer rasen nach Hause – kein Wunder, bald dürfen sie sich endlich ein Abendessen gönnen. Die wenigen, welche zu Fuss unterwegs sind, bleiben zusammen. Es wird niemand alleine zurück gelassen.

21.00 Uhr: Zurück in der Notunterkunft sind wir alle etwas müde und wir möchten gerne noch vor dem Unwetter nach Hause kommen. Deshalb verabschieden wir uns heute etwas früher als normal. Natürlich nicht ohne noch von den köstlichen Mahlzeiten gekostet zu haben, welche uns angeboten werden. Wir sagen allen persönlich «Auf Wiedersehen und bis nächste Woche» und uns wird beigepflichtet; nächste Woche werden sie wieder mit dabei sein.

Auch die Sonne hat uns kurz besucht..

Auch die Sonne hat uns kurz besucht..

Wir hoffen am 13. Juni wieder auf besseres Wetter und auch immer auf neue Gesichter. Gerade um die Sommerferien zu überbrücken, wären noch ein paar Mitstreiter nötig, damit wir keine Lücken haben und kein Training absagen müssen. Wenn Du Lust hast, mal unverbindlich bei uns vorbei zu schauen, melde dich entweder über Facebook, E-Mail oder direkt bei uns! Wir freuen uns auf Dich!

Auf unserer Facebook Seite publizieren wir auch immer wieder kurze Updates, Bilder und Videos. Schau doch mal vorbei! 

Die Berner Zeitung rennt mit KUNE

Vor zwei Wochen ist Timon Stuber von der Berner Zeitung mit uns mitgejoggt und hat dabei alles genau beobachtet. Am 3. April 2017 erschien dann der Artikel in der BZ. Mit einem Klick auf den unten stehenden Link findet ihr heraus, wie das bei uns so läuft. Wenn euch dann die Lust packt, auch einmal mitzujoggen, kommt einfach in Laufschuhen an einem Dienstag um 19:00 Uhr zu der Notunterkunft in Brünnen und steigt mit ein!

http://mobile2.bernerzeitung.ch/articles/58e1b177ab5c373363000001

 

Mit eurer Hilfe rennt KUNE dieses Jahr am GP in Bern

Wir trainieren mit unserer Jogginggruppe seit dem 21. Februar 2017 jeden Dienstag um 19:00 Uhr (vgl. früherer Blog) im Gäbelbach Quartier in Brünnen. Jeder ist eingeladen auch mitzumachen. Neulich kamen sogar drei junge Männder mit ihrer Betreuerin aus einer anderen Asylunterkunft mit zum Joggen! Im unten stehenden Video seht ihr einen kurzen Abschnitt unserer Trainingseinheit. Damit uns die Autofahrer gut sehen und wir unsere Mitstreiter nicht im Wald verlieren joggen wir in Leuchtwesten.

 

Sodass wir auf ein Ziel hintrainieren können, möchten wir am 13. Mai am GP in Bern starten. Bisher haben sich 8 der Asylbewerber für den Altstadt-GP angemeldet. Damit wir das auch finanzieren können, brauchen wir eure Hilfe! Uns bleiben noch 3 Wochen bis zum Anmeldeschluss, in denen wir mit deiner Spende für alle Angemeldeten das Startgeld übernehmen können. Schau dir doch auch das zweite Video kurz an. Und komm am 13. Mai auch mit an den Start oder feuere uns auf der Strecke ordentlich an!

Wir freuen uns auf euch!

KUNE Aid Team

Unsere E-Banking Informationen findest du ganz oben auf dieser Website.

Tschüss Lesbos

Wieder einmal können wir hier einen Erlebnisbericht von unserer Volunteerin Katharina veröffentlichen. Wir danken dir ganz fest für deinen Einsatz Katharina!

«Nach einer Nacht in Mytilini fuhren wir vier Kune-Volunteers los. Unser Ziel: Skala Sykaminea. Dieser malerische Ort war vor allem 2015 in den Schlagzeilen, als dort pro Tag oft über 50 Boote ankamen, jedes einzelne über voll mit Menschen. Von der Türkei aus überqueren diese die knapp 4 km des Ägäischen Meers und haben ihr Ziel stets vor Augen: Europa. Auch heute noch kommen regelmässig Gummiboote an. Mehrere NGOs unterstützen die Ankunft der Flüchtenden vor Ort tatkräftig und da auch unsere Hilfe benötigt wurde, machten wir uns auf den Weg.

Wir arbeiteten mit der griechischen NGO Lifeguard Hellas zusammen, die vor Ort von Omar koordiniert wird. Omar flüchtete selbst aus Syrien nach Griechenland, indem er 14 Stunden lang schwamm und dabei noch zwei weitere Personen mitzog. Er beschloss nach seiner Ankunft den Flüchtenden zu helfen und ist inzwischen qualifizierter Lifeguard. Nach einem Begrüssungstee machten wir uns auf den Weg, um die kleine Ortschaft zu erkunden. Doch weit kamen wir nicht: Omar kam mit seinem Auto angerast und rief nur: «We have a boat!». Also nichts wie los zum Hafen. Während das Boot von zwei Rettungsbooten, die ebenfalls von zwei NGOs geleitet werden, in den kleinen Hafen begleitet wurde, bekamen wir einen Crashkurs im «Booteempfangen». Dass wir direkt loslegen müssen, konnte niemand im Voraus wissen. Die Boote kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit an. Und schon waren wir mittendrin im Geschehen. Auf das Gummiboot hatten sich 50 bis 60 Leute gedrängt. Trotz Sonnenschein waren die meisten stark unterkühlt; schliesslich hatten sie mehrere Stunden durchnässt im starken Wind auf dem Wasser verbracht. Also mussten als erstes Notfalldecken verteilt und unter die Kleidung geschoben werden, um die Körper wieder aufzuwärmen. Ausserdem wurden Handwärmer, Wasser und Kekse verteilt, während die lokale Polizei eine erste Bestandsaufnahme machte. Anstatt der von mir erwarteten Syrer, waren die meisten Neuankömmlinge Afrikaner aus dem Kongo, Kamerun und Eritrea. Einige Personen mussten direkt von den Ärzten vor Ort betreut werden, viele standen unter Schock. Nachdem das Okay von der Polizei kam, konnten wir endlich alle in das erste Camp bringen, genannt Stage 2. Im beheizten Zelt bekommen dort alle etwas zu Trinken, zu Essen und – ganz wichtig – trockene Kleider. Ausserdem kümmern sich die Ärzte um die Flüchtenden und entscheiden, ob eventuell jemand direkt in eine Klinik gefahren werden muss. Die meisten Fälle waren jedoch Schock und Unterkühlung. Ein Mann kam mit sehr starken Erfrierungen an, die er sich bei seiner Odysee vom Iran in die Türkei zuzog. Inzwischen wissen wir, dass zum Glück alle seine Finger gerettet werden konnten. Sobald alle Leute versorgt waren, wurden sie in mit einem grossen Bus ins grosse Camp Moria bei Mytilini gefahren und unser Job war nach einigen Aufräumarbeiten getan.

So werden die angekommenen Personen als erstes versorgt, bevor sie...

So werden die angekommenen Personen als erstes versorgt, bevor sie...

... in die beheizten Zelte gebracht werden.

... in die beheizten Zelte gebracht werden.

Nach diesem rasanten Anfang hatten wir dann auch Zeit, die anderen Freiwilligen und den Ort etwas besser kennenzulernen und mehr über unsere Aufgaben zu erfahren. Jede Nacht würden wir während vier Stunden mit Hilfe von Nachtsichtgerät und Fernglas das Meer zwischen Lesbos und der Türkei nach ankommenden Booten absuchen. Im Falle eines gesichteten Bootes werden dann die NGOs informiert, die sofort mit den Rettungsbooten aufs Meer fahren, um die Situation zu evaluieren und den Booten bei der Landung helfen. Es ist extrem wichtig, dass die Boote so schnell wie möglich entdeckt werden, da sie sonst eventuell an sehr schwierigen Stellen landen, was das Risiko zu Kentern steigen lässt. Oder aber sie treiben noch lange herum, was wiederum zur starken Unterkühlung der Flüchtenden führt. Um schnell reagieren zu können, sind alle NGOs vor Ort stark vernetzt. Für unsere Nachtschichten fuhren wir jeweils an einen stark exponierten Punkt, von dem man einen guten Blick über die Meerenge hat. Dementsprechend kalt war der Wind und mit jeder Nacht zog ich mir eine Kleiderschicht mehr an.

Von hier aus suchten wir das Meer nach Booten ab

Von hier aus suchten wir das Meer nach Booten ab

Tagsüber erholten wir uns von unserer Nachtschicht und je nach Bedarf halfen wir anderen NGOs bei diversen Arbeiten, wie zum Beispiel beim Aufräumen der Strände. Wenn ein Boot landet, bleiben oft viele Schwimmwesten, Müll, Kleider oder sogar ganze Boote zurück. Vor allem vom Höhepunkt der Ankünfte in 2015 sind noch viele Orte vermüllt. Nach und nach wird versucht, alles aufzuräumen. Trotzdem bleiben viele Boote wie Mahnmale am Strand liegen. Es gibt auch einen Bootsfriedhof und direkt daneben den Friedhof der Schwimmwesten, «the lifevest graveyard». Etwa 200.000 Schwimmwesten wurden dort abgeladen, allesamt von Menschen, die seit 2015 mit dem Boot an der Nordküste Lesbos ankamen. Die meisten dieser Schwimmwesten sind «fake» und könnten im Notfall niemanden retten, sind sie doch nur mit etwas Plastik gefüllt. Alle Schwimmwesten der heutzutage Ankommenden werden von Freiwilligen ge-upcyclet und in Taschen verwandelt, deren Erlös wieder den Flüchtenden zugutekommt.

The lifevest graveyard...

The lifevest graveyard...

Während meiner zwei Wochen in Skala kamen drei Boote an, was relativ wenig ist. Ob und wann es wieder mehr sein werden, weiss niemand so genau. Klar ist, dass es so schnell nicht aufhören wird. Deshalb sind alle vor Ort allzeit bereit, um ihre Hilfe anzubieten, wenn es nötig ist. Auch die lokale Bevölkerung, die während der Zeit, in der teils 1000 Flüchtlinge pro Tag ankamen und es zu mehreren Seenotfällen kam, stets ihr Bestes gab, unterstützt die NGOs massgeblich (vgl Video unten). Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen und dann die Initiative ergreifen, wenn es nötig ist. Egal, ob anderswo oder bei uns in der Schweiz.».

 

Genau das werden wir weiterhin tun. Allerdings etwas anders als bisher. Wir möchten euch darüber informieren, dass die Zeit mit Kune Aid in Lesbos vorerst zu Ende gegangen ist. Die momentane Situation in Lesbos hat es uns nicht erlaubt, noch länger auf der Insel zu bleiben. Mit dem neuen Transporter konnten wir eine grosse Ladung Kleider für das „Stage 2“ liefern.  In diesem Camp erhalten die frisch Angekommenen eine kurze bleibe bevor sie in das grosse Camp gebracht werden (vgl. Bericht Katharina oben).
Der Transporter wird aber keine Sekunde ungenutzt bleiben. Er konnte nahtlos an REFY, eine Schweizer Flüchtlingshilfsorganisation, übergeben werden. Er ist also voll im Einsatz und wird dort gebraucht wo es am nötigsten ist. Wir danken allen Leuten, die uns in dieser Zeit in Lesbos unterstützt haben und freuen uns auf die neuen Herausforderungen mit unseren neuen Projekten. Das wichtigste im Moment ist KUNE rennt, ein Projekt mit Asylsuchenden der NUK Brünnen in Bern. Im Blogeintrag vom 24. Februar kann der Start dieses Projekts nachgelesen werden und auch die nächsten Einträge werden über das Vorankommen dieses Projekts berichten.

KUNE rennt und rennt und rennt

Diese Woche war es endlich so weit! Unser Projekt "KUNE rennt" wurde zum Leben erweckt.

Die Idee des Projekts ist ein wöchentliches Spiel- und Sportprogramm mit den Bewohnern der Notunterkunft Brünnen durchzuführen. Dabei soll ermöglicht werden, dass eine Schweizer Gruppe  mit den Bewohnern der Notunterkunft wöchentlich zusammenkommt und das tut, was auf dieser Welt alle Menschen verbindet: Sport.

Die Vorbereitungen dazu hatten schon Ende 2016 begonnen. Damals haben wir verschiedene Asylzentren in Bern angefragt, ob Interesse für einen wöchentlichen Lauftreff besteht. Die Reaktionen auf unsere Idee waren allesamt sehr positiv, so dass wir zuerst einen Loop planten, bei dem verschiedene Zentren abgelaufen werden und die Teilnehmer jeweils einen Teil zusammen laufen und schliesslich wieder bis nach Hause laufen können. Schnell wurde aber klar, dass diese Idee logistisch nicht realisierbar ist, wir sind schliesslich keine Marathonläufer ;) So müssen wir uns - zumindest vorerst - auf ein Zentrum beschränken. Bei der NUK Brünnen schätzten wir unsere Chancen auf möglichst viele Teilnehmer am grössten ein und auch das Gebiet um Brünnen (mit dem Bremgartenwald und der schnell ländlich werdenden Gegend) eignet sich besonders gut für eine solche Idee.

Ein nächstes Problem, welches sich uns stellte, war das Organisieren der nötigen Sportbekleidung. Die meisten Bewohner der Unterkunft besassen nämlich nur nicht-wintertaugliche oder gar keine Sportkleider. Mit einer Sammelaktion über Facebook und über unsere Bekanntenkreise konnten wir aber innerhalb von einer halben Woche genug Schuhe, Hosen, T-Shirts und Pullover organisieren. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!

So konnten wir über Facebook die benötigten Sportkleider auftreiben (p.s. Danke http://www.simonkiener.ch !)

So konnten wir über Facebook die benötigten Sportkleider auftreiben (p.s. Danke http://www.simonkiener.ch !)

Am Dienstagnachmittag versammelten wir uns, um die gespendeten Kleider zu Päckchen für die Teilnehmer zusammenzustellen. Wir hatten bei einer ersten Vorstellungsrunde in der NUK Brünnen nämlich von allen Teilnehmern mit Bedarf an einzelnen Kleidungsstücken ihre Grössen notiert. So war es uns möglich, gezielt nur das zu sammeln, was wir auch brauchen würden. Nach dem Verpacken machten zwei von uns sich auf den Weg nach Brünnen, um die Kleider und Schuhe abzugeben, die Teilnehmer zu mobilisieren und später am Abend dann loszujoggen.

Hier werden die Sportkleider für die Teilnehmer zusammen gestellt

Hier werden die Sportkleider für die Teilnehmer zusammen gestellt

Als wir am Abend dann alle eingetroffen waren, konnte es losgehen: Die Stimmung war schon in der Unterkunft sehr fröhlich und ansteckend und wir waren alle richtig motiviert, endlich mit unserem neuen Projekt loszulegen. Insgesamt waren wir 15 Läufer, vier davon Kune-Mitglieder. Zusätzlich haben sich unterwegs noch zwei spontane Jogger zu uns gesellt. Mit 17 Leuten ging es also am Einkaufszentrum vorbei, aufs Land und in den Wald. Zum Glück hatten wir noch unsere Kune-Volunteer-Westen aus Griechenland eingepackt und verteilt. So waren wir für Autos sichtbar und niemand ging verloren. Eine Stunde waren wir etwa unterwegs. Dabei konnten wir mit einzelnen Teilnehmern sprechen, witzeln und auch etwas leiden, als die Steigung einfach kein Ende nehmen wollte.. Einige Teilnehmer begaben sich schnell an die Spitze und waren allen immer voraus, während andere sich etwas überschätzt hatten und trotz ihren Verletzungen mitgekommen waren. So zog sich die Gruppe immer mehr auseinander. Trotzdem gab es aber eine gute Gruppendynamik und es wurde Rücksicht aufeinander genommen. Es war für alle Bedürfnisse schlussendlich was dabei und alle kamen zufrieden wieder nach Hause.

Wir freuen uns schon sehr auf den nächsten Dienstag und hoffen auf längere Tage und gutes Wetter! Bestimmt wächst unsere Gruppe noch mehr und auch du bist herzlich willkommen teilzunehmen! Bei Interesse melde dich doch auf info@kuneaid.org oder via PN auf unserer Facebook Gruppe! Bis bald! Euer KUNE rennt Team

Die grosse Lieferung

Langsam schiebt sich der Sattelschlepper durch das enge Tor. Die Maschine heult auf und zieht mit ganzer Kraft den bis oben gefüllten Container über die Schwelle. Nach einem aufwendigen Wendemanöver wird der Container direkt vor dem Eingang zu Attika geöffnet. Das ganze Team spürt die Aufregung. «Fast wie Weihnachten», geht es einigen durch den Kopf. Hinter der Türe erscheinen tonnenweise Kisten mit Kleidern. Nun beginnt die harte Arbeit. Jede Kiste wird aus dem LKW getragen und in die richtige Ecke von Attika gestellt. Schnell werden die Platzverhältnisse enger und das Durchkommen immer schwieriger. Langsam wird allen bewusst, was diese grossartige Lieferung aus England für ein Ausmass hat.

Ein grosser Container erreicht Attika. 

Ein grosser Container erreicht Attika. 

Das Sortieren der Kisten beanspruchte Tage. Ausserdem mussten immer wieder Stichkontrollen gemacht werden, ob die Kleidung auch korrekt sortiert wurde. Langsam und nur mit der Hilfe von vielen Volunteers wurde wieder Ordnung geschaffen in Attika. Endlich konnten die knappen Güter wieder aufgefüllt werden. Und schon am selben Tag der Lieferung wurden die ersten Organisationen mit den langersehnten Gegenständen beliefert.

Die Kleider und Kisten stapeln sich in Attika.

Die Kleider und Kisten stapeln sich in Attika.

Seit einigen Wochen hat sich ausserdem ein Team gebildet, welches Zugang zu den Camps erhalten hat. Das ist für uns eine riesige Möglichkeit, die Effizienz zu steigern und Probleme und Engpässe frühzeitig zu erkennen. Dieses Team kommt nun mehrmals täglich nach Attika, um die benötigten Kleider und Hygieneprodukten abzuholen. Die Kommunikation unter den Organisationen wird laufend verbessert. So kann immer effizienter gearbeitet werden.

Auch andere Organisationen kommen nach Attika, um Güter abzuholen und sie den Menschen auf der Flucht zu verteilen. 

Auch andere Organisationen kommen nach Attika, um Güter abzuholen und sie den Menschen auf der Flucht zu verteilen. 

Momentan konzentrieren wir uns darauf, die Kleider möglichst schnell an die Leute zu verteilen. Der Winter geht noch immer mindestens eineinhalb Monate und wir wissen nicht, ob es nochmals einen Kälteeinbruch geben wird. Glücklicherweise haben wir aus der Schweiz erfahren, dass ein Ersatz-Auto gefunden wurde. Somit können wir die Arbeit auf weiteres fortsetzen.

Das erschöpfte aber glückliche Team vor Attika nach einem Tag Kleider sortieren.

Das erschöpfte aber glückliche Team vor Attika nach einem Tag Kleider sortieren.

Schnee und Sturm bringen grosse Herausforderungen

Das Sturmtief "Axel" hat in den letzten Tagen grosse Teile Europas in ein weisses Kleid gehüllt. Der Schnee, welcher in der Schweiz mit Sehnsucht erwartet wurde, erreichte aber auch südliche Länder. Auf zwei Tage mit viel Niederschlag und Sturm folgten ein Schneesturm und bitterkalte Temperaturen. Dies bereitete Lesbos und den anderen Ägäischen Inseln grosse Probleme. Viele Zelte in den Lagern konnten dem Gewicht des Schnees oder den starken Winden nicht standhalten und gingen kaputt. 

Zelte der UNHCR konnten den Schneemassen nicht standhalten.

Zelte der UNHCR konnten den Schneemassen nicht standhalten.

Die Menschen in Moria und Kara Tepe, den beiden Lagern auf Lesbos, sind der Witterung schutzlos ausgesetzt und haben keine Möglichkeit an trockene Kleider zu gelangen oder sich aufzuwärmen (das Entfachen von Feuer ist in den Camps verboten). Die Regierung und das Militär, welche für die Camps verantwortlich sind, verweigern den Organisationen den Zutritt und somit das schnelle Verteilen von Hilfsgütern wie Mützen, Halstüchern, Handschuhen oder wärmenden Decken. Einmal mehr wird offensichtlich, wie stark die europäische Politik mit der Situation überfordert ist. Was das Ganze nur noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass das Militär und die Regierung nicht einfach nur zuschauen, sondern die Nicht-Regierungsorganisationen bei ihrer Arbeit regelrecht behindern und so das Leid noch grösser machen. 

Hilflosigkeit in Moria nach dem Sturm

Hilflosigkeit in Moria nach dem Sturm

Im Moment versucht das Team von Attika, alle anderen Organisationen so gut als möglich mit warmen Kleidern zu versorgen, damit diese an die Menschen verteilt werden können. Am Donnerstag erreichte ein grosser Container aus England Attika und am Freitag konnte KUNE rund 100 Kisten gefüllt mit Kleidern aus der Schweiz abliefern. Dadurch ist es in den nächsten Tagen möglich, grosse Mengen Kleider für die Verteilung vorzubereiten. Dafür möchten wir uns bei Max und all seinen Helferinnen und Helfern, welche die Sammlung in Chur ermöglichten, ganz herzlich danken. 

Rund 100 Kisten konnte KUNE nach Lesbos bringen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um warme Jacken und Schuhe.

Rund 100 Kisten konnte KUNE nach Lesbos bringen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um warme Jacken und Schuhe.

KUNE wird in der nächsten Zeit die Arbeit auf Lesbos intensivieren. Der Winter dauert noch lange und das Team in Attika ist auf weitere Hilfe angewiesen. Wenn Du also bei uns mithelfen willst oder jemanden kennst, der gerne vor Ort das Team unterstützen will, nimm unbedingt mit uns Kontakt auf. Wir können jede Hilfe gebrauchen!

Ungewöhnliches Bild: Schneepflug im Verkehrschaos zwischen Patras und Korinth (Griechenland)

Ungewöhnliches Bild: Schneepflug im Verkehrschaos zwischen Patras und Korinth (Griechenland)