Der zweite Tag - Bautag am Hafen von Piräus

Unser zweiter Tag in Piräus. Nachdem der tägliche Wetterbericht erstellt wurde, welcher auf der Facebook-Seite von SAO zu sehen ist, haben wir uns zum Stoneware-House begeben. Die Stimmung vor Ort war getrübt. Die beiden Haupt-Koordinatorinnen des Camps, Sarra und Renata aus Tschechien klärten uns kurz über den Stand der Dinge auf. Besonders die Trinkwasserversorgung machte ihnen Sorgen, da kein Geld für Wasser mehr vorhanden war und es keine Aussicht auf Besserung gab. Auf dem Areal gibt es zwar einen einzelnen Wasserhahnen, welcher jedoch nur zum waschen der Wäsche benutzt wird. Das Wasser wäre jedoch trinkbar. Da die beiden meinten, es sei äusserst schwierig ins offizielle Flüchtlingslager Skaramangas zu kommen, beschlossen wir, so gut es ging vor Ort zu helfen.

Nachdem wir die aktuelle Lage vor Ort etwas genauer anschauten, war uns klar, dass es von höchster Wichtigkeit war, die Wasserversorgung so schnell wie möglich zu verbessern. Bereits die nächsten Wasserlieferungen konnten nicht mehr garantiert werden, was verheerende Folgen für alle Anwesenden gehabt hätte. Es kam uns die Idee, ein Lavabo-System mit Wasserfilter zu bauen, um einerseits mehr Personen auf einmal Zugang zum Wasser zu verschaffen und andererseits das Vertrauen ins Trinkwasser herzustellen. Dazu machten wir uns auf zum nächsten Baumarkt, wo wir uns vor Ort ein Bild über alle benötigten Komponenten verschafften. Nach einer ausgiebigen Planungsphase in der Sanitärabteilung des Baumarkts konnten wir schlussendlich alle Teile beschaffen, welche es brauchte. 

Planungsphase im Baumarkt

Planungsphase im Baumarkt

Geplant waren drei separate Waschtröge sowie ein Wasserhahn für Kinder, Füsse und Wasserflaschen. Zurück im Camp zimmerten wir mit tatkräftiger Unterstützung von zwei jungen Flüchtenden die ganze Anlage zusammen. 

Bei der Konstruktion der Wasserstation wurden wir tatkräftig von den Bewohnern des Camps unterstützt. 

Bei der Konstruktion der Wasserstation wurden wir tatkräftig von den Bewohnern des Camps unterstützt. 

Nach Planungs- und Testphase kam nun der Moment der Wahrheit und die Begeisterung war riesig als alles genau wie geplant funktionierte. Bereits mehrere Minuten später waren alle Waschstationen besetzt und es wurden fleissig Trinkflaschen aufgefüllt. Der Aktivkohlefilter, den wir eingebaut haben, ermöglicht es von nun an, 1700 Flüchtlinge mit sauberem Wasser zu versorgen.


Die Konstrukteure vor der fertigen Anlage. Diese wird bereits wenige Sekunden nach der Inbetriebnahme genutzt. 

Die Konstrukteure vor der fertigen Anlage. Diese wird bereits wenige Sekunden nach der Inbetriebnahme genutzt. 

Beflügelt vom Erfolg der Wasserversorgung nahmen wir uns noch zwei weiteren Missionen an. Die Schule, welche in einem ehemaligen Warteraum für Fährenpassagiere errichtet wurde, benötigte eine Halterung für die Wandtafel. Ausserdem war es ein persönliches Anliegen einer der leitenden Volunteers, einen Pingpong-Tisch für zu bauen, damit sich die Flüchtlinge die Zeit mit Tischtennisturnieren vertreiben konnten. 

Der Pingpongtisch wird vor dem Stoneware-House zusammengebaut. 

Der Pingpongtisch wird vor dem Stoneware-House zusammengebaut. 

Auch diese beiden Missionen konnten nach einer weiteren Fahrt in den Baumarkt erfolgreich abgeschlossen werden, was wiederum zu unzähligen glänzenden Kinder- und Erwachsenenaugen führte. Das erste Turnier war bereits in Gange als wir das Camp mit einem zufriedenen Gefühl verliessen.

Das erste Turnier mit dem neuen Pingpong-Tisch.  

Das erste Turnier mit dem neuen Pingpong-Tisch.  

Hiermit wünschen wir euch eine schönen Abend. Wir melden uns morgen wieder. 

 

Euer KUNE-Aid Team