Der zweite KUNE-Einsatz! - Erster Tag

Wie bereits angekündigt sind wir wieder unterwegs. Ziel der aktuellen Mission ist es, die Spenden, welche es nicht mit dem letzten Transport nach Piräus geschafft haben, doch noch hier abzuladen. Am Mittwoch vor Auffahrt haben wir unsere Reise begonnen. Ab Ancona (IT) brachte uns die Fähre nach Patras. 

Überfahrt mit der Fähre von Ancona (IT) nach Patras (GR) 

Überfahrt mit der Fähre von Ancona (IT) nach Patras (GR) 

Drei Autostunden später erreichten wir Piräus. - Es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Nachdem wir allen bekannten Gesichtern "Hallo" gesagt haben, konnten wir unsere Spenden ausladen. Die Zustände im Stoneware-House, so wird das Materiallager im Hafen von Piräus genannt, sind prekär. Es fehlt mittlerweile an fast allem. Vor allem medizinisches Equipment und Baby-Artikel sind Mangelware. Ausserdem liefert die Regierung nur noch wenig oder gar kein Wasser mehr. 

Das Camp im Hafen von Piräus. Unten kann man das Stoneware-House erkennen.

Das Camp im Hafen von Piräus. Unten kann man das Stoneware-House erkennen.

Die Stimmung bei den Flüchtenden hat sich verändert. War vor einem Monat noch mehrheitlich Optimismus zu spüren, merkt man jetzt doch, dass die positive Stimmung, der verzweifelten, aussichtslosen Stimmung gewichen ist. Zusätzlich wurde heute bekannt, dass das Lager in Idomeni, (zwar nach einigen Warnungen) mit Gewalt geräumt wurde. Damit ist wohl die letzte Hoffnung der Flüchtenden für eine Grenzöffnung verblasst. Nun ist der Umzug in ein offizielles Camp fast unausweichlich geworden. Täglich hören wir, dass die Zustände in den Camps rund um Athen nicht zufriedenstellend sind. Morgen versuchen wir in eines dieser Camps zu gelangen, um uns ein eigenes Bild von der Lage zu machen und hier darüber zu berichten. Ausserdem werden wir versuchen herauszufinden, was momentan im Stoneware-House am dringendsten benötigt wird. Die Freiwilligen arbeiten hier in einer ehemaligen Fabrikhalle, etwa so gross wie eine Turnhalle. Die Lichtverhältnisse sind katastrophal und es hat weder Strom, noch fliessendes Wasser, noch sonst etwas, was das Arbeiten erleichtern würde. Unsere Ziel ist es, dort in die Infrastruktur zu investieren, damit die Volunteers mindestens bei Licht arbeiten können. Diese sind nämlich das tragende Element der ganzen Flüchtlingshilfe. Sämtliche grossen Hilfsorganisationen, abgesehen von "Ärzte ohne Grenzen", beteiligen sich nach wie vor nicht oder nur äusserst am Rande an der ganzen Tragödie. Somit werden eure Spenden wirklich vor Ort und ausschliesslich für die Menschen in Not eingesetzt. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender. Ohne euch wäre dieser Einsatz nicht möglich.

Hiermit wünschen wir euch allen einen schönen Abend, eine gute Nacht und noch ein schönes Auffahrts-Wochenende. Bis morgen.

Euer KUNE-Aid Team

Stillgelegte Gebäude im Hafen. Eine einzigartige Kulisse.

Stillgelegte Gebäude im Hafen. Eine einzigartige Kulisse.

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