Willst du wissen wie der Hase läuft? Er schleicht.

Heute war wieder Einiges los im Camp E2. Man hat uns angehalten, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge ihre Wasserfläschchen an den Wasserstellen wieder auffüllen, anstatt bei jeder Mahlzeit neue Fläschchen zu kriegen. Mit Hilfe der Freiwilligen Flüchtlinge, welche uns als Übersetzer helfen, wurden Schilder gebastelt um die neue Regelung zu verbreiten.  

Inklusive Schreibfehler...

Inklusive Schreibfehler...

Für diese Mahlzeit mussten wir jedoch noch Wasserflaschen verteilen, da viele ihre Flaschen bereits weggeworfen hatten. Die Regelung wird wahrscheinlich morgen mittags oder abends eingeführt. Halbwegs durch mit der Verteilung beklagten sich einige Leute darüber, dass das Essen schlecht sei. Das Wort "food poisoning" fiel mehrmals. Aus Angst, dass jemand krank werden könnte oder (und das ist häufig ein viel grösseres Problem) die Medien könnten titeln, dass wir schlechtes Essen verteilen, hat eine Koordinatorin aller drei Gates im Hafen von Piräus uns befohlen die Essensverteilung sofort zu beenden. Das Essen war jedoch vollkommen in Ordnung. Es schmecke halt einfach fad. Dieser Entscheid sorgte für viel Aufruhr und wir waren nicht ganz einverstanden mit der Art der Kommunikation.

Am Nachmittag waren dann Clowns und ein Kinderparty Team vor Ort. Es gab eine Schminkstation, an welcher die Kinder sich von Lisa und Lynn schminken lassen konnten. 

Lisa bringt etwas Farbe ins Spiel

Lisa bringt etwas Farbe ins Spiel

Mit etwas Verspätung kam am Abend die Essenslieferung bei uns an. Es gab wieder Fleisch, was bei den Leuten sehr beliebt ist. Beim Lieferanten haben wir 1200 Portionen bestellt, geliefert wurden aber nur 1000. Nach einiger Zeit hatten wir dann tatsächlich kein Essen mehr und wir mussten vom Camp E1 noch zusätzliche Portionen anfordern. Doch auch die 200 zusätzlichen Portionen reichten nicht für alle aus. Da Fleisch verteilt wurde, sind wahrscheinlich viele mehrmals angestanden, denn 1200 Portionen reichen normalerweise locker für alle aus. Wir versuchen dieses Problem irgendwie zu optimieren, indem wir nach einem System suchen, welches die Verteilung von mehreren Portionen an eine Person verunmöglichen soll. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, da wir die Markierung von Menschen aus historischen Gründen vermeiden möchten. Die Idee, die Verteilung über Essenskarten zu regeln, würde sich zwar bewähren, allerdings ist es ein Ding der Unmöglichkeit alle Bewohner des Camps zu registrieren.

Durch den Tag waren wir mit den typischen Problemen konfrontiert: Die Medien, welche unbedingt eine skandalöse Titelstory suchen, Konflikte unter den Flüchtlingen wegen unterschiedlicher Herkunft, Lieferanten die Brot liefern, obwohl wir explizit kein Brot bestellt haben und Menschen, die keine Mahlzeit bekommen, während andere ihre zwei überflüssigen Mahlzeiten weiterverkaufen. 

Wenn ihr jetzt wissen wollt, wie der Hase hier in Griechenland läuft, dann können wir heute nur sagen: Er schleicht. 

Liebe Grüsse

Das Kune Aid Team

 

image.jpg