Der Winter naht

Mira von KUNE erzählt hier, wie sie zusammen mit Ursula letzte Woche einen Einsatz geleistet hat:

Wir wurden von unserer Partnerorganisation SAO gebeten, dringend benötigte Hosen und Schuhe für Männer auf die Insel Lesvos zu fahren. Vor Ort waren wir in engem Kontakt mit dem Warenhaus in Mitilini, so dass wir genau wussten, welche Hilfsgüter benötigt wurden. Bei der Sammelaktion in Bern vom 29. September konnten wir viele Hilfsgüter sammeln und nun die am dringendsten benötigten Sachen mit einem Lieferwagen nach Lesbos bringen.

Der Lastwagen wird in Helleniko Pampiraiki noch aufgefüllt..

Der Lastwagen wird in Helleniko Pampiraiki noch aufgefüllt..

In Athen legten wir für einen Tag einen Stop ein, um im Warenhaus Helleniko Pampiraiki weitere Kleider abzuholen, wertvolle Kontakte zu knüpfen, und das Bedürfnis nach Hilfe abzuklären. Im Gespräch mit den Verantwortlichen lernten wir Einiges, und fanden einen Weg, wie in Zukunft grosse Kleiderlieferungen gratis vom Warenhaus in Athen auf die Griechischen Inseln gebracht werden können: Durch gute Kontakte des Teams aus Athen mit den Schiffgesellschaften werden bald einmal pro Woche bis zu 50 Kisten voller Hilfsmaterialen per Schiff nach Lesbos ins Attika-Warehouse gebracht. Dies ist ein grosser logistischer Fortschritt, da in Griechenland viele gesammelte Kleider in Lagern vorhanden sind, jedoch die Verteilung dieser in die Camps leider nicht richtig funktioniert.

... um die Waren dann ins Warenhaus Attika in Mitilini zu befördern.

... um die Waren dann ins Warenhaus Attika in Mitilini zu befördern.

Nach einigen Reisetagen konnten wir die mitgebrachten, mit Männerhosen und Schuhen gefüllten Kisten im Warenhaus Attika in Mitilini auf Lesbos deponieren.

Die meisten Kleider wurden noch am selben Abend im Camp Moria verteilt. Nebst Massenlieferungen an Camps, nimmt das Attikateam auch individuelle Bestellungen von den Bewohnern vom Camp entgegen. Die Kleider werden dann ausserhalb des Lagers der jeweiligen Person übergeben.

Das Camp Moria selber ist für uns offiziell leider nicht betretbar. Die vielen Militärmänner am Eingang lassen keine fremden Menschen eintreten. Die Situation des Camps soll unter Verschluss gehalten werden. 4500 Menschen leben auf diesem ehemaligen Gefängnisareal. Platz bot es ursprünglich für 1000 Personen. Beinahe jeder Quadratmeter des erdigen Bodens ist mit Planen, Zelten und Decken belegt. Es wird immer kälter auf der Insel und schon bald beginnt der Frühwinter und damit kommen auch die Regentage. Das Lager am steilen Hang wird sich in eine Schlammstadt verwandeln.

Da die Bearbeitung der einzelnen Fälle von Flüchtenden immer noch sehr harzig läuft, warten tausende Menschen auf die Zulassung, legal auf das Festland zu reisen. Die Situation in den Lagern auf Lesbos wird sich mit dem herannahenden Winter verschärfen. KUNE möchte sich dafür einsetzen, dass wenigstens die Grundbedürfnisse der Menschen mit warmen Kleidern und Mahlzeiten gedeckt sind. Obwohl viele Bedürfnisse mit den organisierten Transporten befriedigt werden können, gibt es einige Dinge, die wir am besten aus der Schweiz mitbringen können. Voraussichtlich wird es also in näherer Zukunft noch weitere Transporte von Hilfsgütern nach Griechenland geben. Dazu suchen wir jeweils freiwillige Fahrer über unsere Facebook Page. Wir freuen uns über InteressentInnen! An dieser Stelle möchten wir zudem allen danken, welche uns mit Sach- oder Geldspenden unterstütz(t)en. Für uns ist das enorm wichtig damit wir unsere Projekte realisieren können. Über weitere Einsätze halten wir euch wie immer auf dem Laufenden.

Wir danken euch beiden ganz herzlich für euren Einsatz!

Wir danken euch beiden ganz herzlich für euren Einsatz!