Feb
27
to Mar 12

Gina



 

1.    Kannst du Konversationten auf Englisch führen?
Ja (auch etwas arabisch, italienisch, französisch, deutsch, russisch)
 

2.    Hast du einen Führerschein?
Nein (bzw Lehrfahrausweis – evt bis März ja)
 

3.    Hast du ein traumatisierendes Erlebnis bezüglich Gewalt das die Arbeit im Flüchtlingslager beeinflussen könnte?
nein
ankunft flughafen mytilini: 20:20

4.    Hast du irgendwelche Gesundheitsprobleme von welchen wir wissen müssen? (Medikamente, Allergien ...)
nein
 

5.    Kannst du mit Menschen, die in starker Not oder Armutleben umgehen? Wie?
Ich war der Situation im Libanon bereits ausgesetzt. Es belastet mich, in Armut lebende Menschen und meinen eigenen Reichtum zu nebeneinander zu sehen. Ich versuche, damit so konstruktiv umzugehen, wie es die Welt erlaubt.
 

6.    Wie reagierst du, wenn du eine Schlägerei mitbekommst?
Ich versuche, Hilfe zu holen, falls dies angebracht ist.
 

7.    Wie würdest du dich selber beschreiben?
Optimist_in, Pessimist_in oder Realist_In?

Realistin
 

8.    Welche Jobs hast du bereits gemacht?
Barpersonal J Musikerin, Lehrerin (Nachhilfe oder Gesang), Organisation von impact (umwelt/management event),
 

9.    Ekelst du dich vor Schmutz und Insekten?
Nein
 

10. Hast du schon einmal ein Team geleitet?
ja; meine Band gilt wohl als solches?
 

11. Was ist deine Motivation, in der Flüchtlingskrise zu arbeiten?
Die einzige Schlussfolgerung bei Weltverbesserungsdiskussionen ist wohl diese, bei sich selber anzufangen. Die Zuwanderer-Angst in der Schweiz macht mich traurig und ich möchte mich schon lange aktiver engagieren, dort helfen, wo ich gebraucht werde. Auf euch bin ich per Zufall gestossen, so solls wohl sein.

 

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Jan
29
to Feb 14

Tine

KUNE

Daten noch nicht Fix.

Die etwas persönliche Checkliste

1.    Kannst du Konversationten auf Englisch führen?
Deine Antwort:

Ja, ich kann mich gut auf Englisch verständigen.


2.    Hast du ein traumatisierendes Erlebnis bezüglich Gewalt das die Arbeit im Flüchtlingslager beeinflussen könnte?
Deine Antwort:

Nein, ich habe bisher zum Glück keine traumatisierenden Erlebnisse erfahren müssen.

3.    Hast du irgendwelche Gesundheitsprobleme von welchen wir wissen müssen? (Medikamente, Allergien ...)
Deine Antwort:

Nein, ich habe keine gesundheitlichen Probleme. Allergien sind auch keine bekannt.

4.    Kannst du mit Menschen, die in starker Not oder Armutleben umgehen? Wie?
Deine Antwort:

Ja, ich denke, ich kann ganz gut mit Menschen in Armut und Not umgehen. Durch meine langjährige Arbeit als Physiotherapeutin habe ich ständig Kontakt zu teilweise sehr kranken Menschen. Mein Beruf bereitet mir vor allem auch Freude, da ich durch meine Tätigkeit Menschen mit körperlichen Leiden unterstützend zur Seite stehen kann. Seit etwas über einem Jahr arbeite ich in einer großen Klinik. Zu meinen Arbeitsbereichen in der Klinik zählt auch die chirurgische Intensivstation, wo die Konfrontation und der Umgang mit dem Sterben und dem Tod zum Alltag gehören.

Durch schwere Krankheiten und Unfälle geschieht auch bei uns täglich Not und Leid, aber wir haben das Glück, ein privilegiertes Leben in Sicherheit und sozialem Wohlstand führen zu können. Wir partizipieren an funktionierenden Sozial- und Gesundheitssystemen und genießen die rechtsstaatlich verbürgte Freiheit des Einzelnen. Es stimmt mich sehr traurig, dass unsere Gesellschaft so wenig Anteil nimmt an dem Leid der Flüchtlinge in Süd- und Osteuropa. Wie kann es sein, dass sich unsere Politik und unsere Gesellschaft derart ignorant und gefühlsroh verhält und keine Sorge trägt für ein menschenwürdigeres Leben vieler Flüchtlinge, z.B. mittels Bereitstellung warmer und trockener Behausungen.

 

 

WIE?

Der Umgang mit in Not und Armut leidenden Menschen sollte meiner Meinung nach von einer toleranten, respektvollen und empathischen Grundeinstellung gegenüber jedem betroffenen Individuum geleitet sein.

Letztes Jahr bin ich zweimal nach Griechenland gereist, um bei der Flüchtlingshilfe mitzuhelfen. Bei meinem zweiten Aufenthalt in Athen war die Situation im Camp häufiger auch mal sehr angespannt. Hat man z.B. der gleichen Person ein zweites Essen verwehrt, da noch nicht absehbar war, ob für jeden Flüchtling mindestens eine Mahlzeit vorhanden ist, wurde man häufiger direkt wüst beschimpft, auch wenn ein Übersetzer zur Stelle war und die Vorgehensweise „keine zweite Mahlzeit, bevor nicht jeder mindestens eine erhalten hat“ freundlich zu erklären versuchte.

Ich denke, in solch einer Situation ist es wichtig, Äußerungen des Gegenübers nicht persönlich zu nehmen, sich ein Stück weit in seine momentane Situation hinein zu versetzen und insgesamt beschwichtigend zu reagieren.

 

5.    Wie reagierst du, wenn du eine Schlägerei mitbekommst?
Deine Antwort:

Es erscheint mir nicht einfach, in diesem Fall pauschal zu antworten. Ich würde zunächst versuchen einzuschätzen, wie gefährlich die Schlägerei ist, d.h. z.B., ob jemand irgendeine Art von Waffe einsetzt. Ist dies der Fall, so würde ich so schnell wie möglich versuchen, die Polizei einzuschalten. Handelt es sich eher um eine Rangelei, wie ich sie beispielsweise häufiger bei Essensausgaben in Athen erlebt habe, konnten die Kontrahenten meistens durch die Hilfe anderer Flüchtlinge voneinander getrennt werden. Fanden andernorts Rangeleien statt, habe ich meist andere Flüchtlinge hinzugerufen, damit sie schlichten einwirken können. Die Gefahr einer Eskalation im Sinne einer Massenrauferei habe ich dabei nie gesehen. Eine solche Gefahr erschien mir abwegig, da doch irgendwie für die große Mehrheit der Menschen im Camp zum Glück klar zu sein schien, dass eine gute Gemeinschaft nur auf der Basis eines friedvollen Miteinanders möglich ist. Hätte ich einmal Anzeichen für eine Eskalation gesehen, so hätte ich umgehend nach der Polizei gerufen. Grundsätzlich versuche ich erst einmal nach dem Prinzip „ so wenig Einmischung wie nötig“ zu verfahren. Nach einer Schlägerei würde ich aber immer versuchen, etwas über den Anlass zu erfahren. Die Gründe können ja ganz unterschiedlicher Art sein. Liegen ernsthaftere Probleme und Konflikte vor oder handelt es sich z.B. um Diebstahl, dann würde ich dies zunächst bei den anderen Helfern ansprechen und mit ihnen diskutieren.

 

6.    Wie würdest du dich selber beschreiben?
Optimist_in, Pessimist_in oder Realist_In?

Deine Antwort:

Eine bekannte Kölner Redensart beschreibt meine Einstellung ganz gut:

Es ist wie es ist, es kommt, wie es kommt und es ist noch immer gut gegangen. (Et es wie et es, et kütt wie et kütt und et hätt noch emmer joot jejange.)

Von meiner Grundeinstellung her bin ich am ehesten ein Optimist.

 

7.    Welche Jobs hast du bereits gemacht?
Deine Antwort:

Im letzten Jahr bin ich zweimal nach Griechenland gereist. Im Februar war ich eine Woche auf Lesbos und im März drei Wochen in Athen. In Lesbos habe ich bei der Organisation No-Border-Kitchen mitgearbeitet. Wir haben dort eine Küche an einem Strand in der Nähe von Mytilene unterhalten. In unserem Camp waren auch ein paar Flüchtlinge untergebracht und wir hatten über Nacht immer eine Nachtschicht organisiert, die nach Flüchtlingsbooten Ausschau gehalten hat. Ab und zu kam in den frühen Morgenstunden ein Boot bei uns am Strand an.

Bei der Fahrt nach Lesbos hatte ich mich zwei guten Freunden aus Köln angeschlossen. Nach Athen bin ich auf eigene Faust gereist. Nach meiner Ankunft habe ich den Hafen in Piraeus aufgesucht und mich nach Einsatzmöglichkeiten in den dortigen Camps umgeschaut. Im Camp E2 habe ich dann direkt Kontakt zu den Helfern im sogenannten „Emergency Room“ gefunden. So nannten wir den abgetrennten Raum in einer Wartehalle, wo wir unter anderem Babyflaschen sterilisiert und Babymilch gekocht haben oder Windeln und Toilettenpapier an Flüchtlinge verteilt haben.

Die Arbeit im „Emergency Room“ war meine Hauptbeschäftigung in Athen, aber ich habe auch regelmäßig woanders ausgeholfen, z.B. beim Teeausschank des Team Sweden, zusammen mit der Gruppe von Kune Aid bei der Essensausgabe und ich habe auch einige Male bei der Aufsicht an den Duschen ausgeholfen, um die sich eine kleine Organisation aus Kanada gekümmert hat.   

Die Arbeit in Lesbos und in Athen war sehr unterschiedlich.

Aber beide Male habe ich auch sehr schöne Erfahrungen sammeln können und viele nette Flüchtlinge und Helfer kennengelernt. Zu einigen neuen Freunden habe ich auch noch Kontakt. Die meisten der Flüchtlinge zu denen ich engeren Kontakt hatte, leben mittlerweile zum Glück in anderen Teilen der EU. Nicht, dass es den Flüchtlingen in Griechenland per se schlecht gehen würde. Generell habe ich die Einheimischen in Griechenland als sehr gastfreundliche Leute kennengelernt. In Athen habe ich z.B. auch einige Squads besucht, in denen viele Athener ehrenamtlich tätig waren. Auch die teilweise sehr schwierige wirtschaftliche Lage in Griechenland war vielerorts zu spüren. Ein Beweggrund nach Griechenland zu gehen, war auch die Absicht, Bewusstsein zu zeigen für die Situation Griechenlands. Sicherlich ist die Flüchtlingshilfe in Griechenland auch ambivalent zu sehen und viele Dinge laufen schlecht bis sehr schlecht, aber Fakt ist auch, dass Griechenland eine wesentlich größere Unterstützung erfahren könnte durch die anderen europäischen Länder. Damit meine ich nicht Institutionen wie Frontex, sondern Hilfe im Bereich Administration und Logistik. Z.B. durch Zivil- und Katastrophenschutzorganisationen aus anderen Ländern.

 

Irgendwie auch paradox, was das persönliche Empfinden manchmal angeht.

Europa habe ich in den letzten 2 Jahren als eine große Enttäuschung erlebt.

Gerade auch deshalb haben mich die vielen guten Erfahrungen in Lesbos und Athen doch sehr froh gestimmt. Es war schön zu erfahren, wie viele engagierte Helfer aus den verschiedenen Regionen Europas nach Griechenland gekommen sind, um den Flüchtlingen vor Ort zu helfen und auch gleichzeitig die Bevölkerung bei ihrer Flüchtlingshilfe zu unterstützen.

 

8.    Ekelst du dich vor Schmutz und Insekten?
Deine Antwort:

Ich denke, ein gewisses Maß an Ekel vor Schmutz und Insekten dürfte normal sein. Ich bin schon etwas pingelig und Hygiene ist mir sehr wichtig. Aber was die Konfrontation mit unangenehmen Dingen wie Schmutz angeht, so bin ich durch meinen Job im Krankenhaus doch schon ziemlich abgehärtet. Auf der Arbeit helfe ich z.B. regelmäßig bei der Patientenpflege von bettlägerigen Patienten mit.

 

9.    Hast du schon einmal ein Team geleitet?
Deine Antwort:

Nein, bisher bin ich nicht wirklich als Teamleiterin tätig gewesen. Ich mag flache Hierarchien und arbeite gerne in Teams, in denen alle das gleiche Mitbestimmungsrecht haben.

10.Was ist deine Motivation, in der Flüchtlingskrise zu arbeiten?
Deine Antwort:

Die Lebensumstände vieler Flüchtlinge in Europa sind nach wie vor menschenunwürdig. Ich möchte mich deshalb gerne engagieren und Menschen in ihrer Not nicht alleine lassen.

 

 

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